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Universität Graz kuckucknotizen.uni-graz.at Archiv 1/13 Zufall
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1/13 Zufall

Inhalt

Risiko, Einsicht und Ausgeglichenheit
Rainhard Z. Bengez

Das Kamel, Serendipity und die rätselreichen Funde
Ina-Maria Greverus

Komplexe Prozesse erfordern komplexe Methoden? 
Über das Ethnographieren nach dem Complexity Turn
Maria Schwertl

Dazwischen
Vom Reiz außerordentlicher Zufälle inmitten eines boomenden Marktes
Lena Kohl

Von Versuchen Kausalitätslücken zu erklären und Regelloses zu regeln
Medizinanthropologische Notizen
Katrin Amelang

Über das Zufällige in der Musik
Andreas Pirchner

„Beim Tennis können die wenigsten Weltmeister werden, aber beim Poker kann es jeder.“
Mythen über Zufall, Können und Betrug im Zocker-Universum
Gerd Möll & Ronald Hitzler

Zufall, Chance, Risiko
Kontingenz und die kapitalistische Geldökonomie
Anna-Carolina Vogel

Kunstinsert (Umschlag und Innen)
Tanja Fuchs & Linda Riedl

0 ©kuckuck
©kuckuck

Zufall, Chance, Risiko
Kontingenz und die kapitalistische Geldökonomie
Anna-Carolina Vogel

Ideengeschichtlich ist der Begriff des Zufalls eng mit dem Begriff der Kontingenz verwandt (Vogt 2011), der die prinzipielle Offenheit zeitlicher Entwicklungen beschreibt. Während jedoch die Kontingenz gewissermaßen eine Folie für menschliches Handeln und Denken bildet, fungiert der Zufall als eine alltagssprachliche Zuschreibungskategorie, die in der Regel ex post verwendet wird. In einer Version vergegenwärtigter Vergangenheit steht das Zufällige dann für das Unerwartete. Es bezeichnet etwas, das vorher nicht abzusehen war, das überraschte oder ‚dazwischen kam‘ (Hoffmann 2005). Als Handlungsorientierung hingegen taugt der Zufall nicht. Denn dort, wo über Zukünftiges nachgedacht wird und ganz besonders dort, wo die Folgen eigener Entscheidungen als gravierend eingeschätzt werden, gilt es eher, sich der Kontingenz zu bemächtigen, ja sie bestenfalls produktiv zu machen. Die kapitalistische Geldökonomie, die ich im Folgenden knapp auf den Umgang mit Kontingenz hin beleuchten möchte, ist zweifelsohne ein Feld auf dem dies besondere Relevanz besitzt. Zum einen, weil Geld als „absolutes Mittel“ (Simmel 1900, bes. 229-266) selbst zukünftige Handlungsfähigkeit potenziert. Zum anderen, weil viele ökonomische Praktiken direkt darauf abstellen, Vorteile aus der Antizipation des Zukünftigen zu schlagen. Möglichkeitsräume werden hier deshalb verstärkt in den Kategorien ‚Chancen’ und ‚Risiken’ verhandelt, in deren Schatten der Zufall als Deutungsangebot Seltenheitswert hat.

Kontingenz und Geld

In seiner Funktion als Wertspeicher verleiht Geld die Flexibilität, für die Wünsche und Nöte von morgen vorsorgen zu können. Außerdem ist Geld nicht nur der Ausgangspunkt ökonomischer Wertschöpfungsprozesse, sondern je nach sozialem Kontext ist es in andere Kapitalsorten konvertierbar, so dass ‚vermögend zu sein’ gleich in vielerlei Hinsicht ‚etwas zu tun vermögen’ bedeutet. Im Geld verdichten sich also Chancen, aber Geld (wie auch sein gegenläufiges Pendant, der Kredit) komprimiert genauso Zeit (Esposito 2010). Auf diese Weise ist das Geld selbst ein Mittel zur Kontingenzbewältigung und in kapitalistischen Gesellschaften derart ‚wertvoll’, dass es zum Selbstzweck, zum „absoluten Mittel“ mutiert (Simmel 1900, bes. 229-266). Seiner Zentralstellung gemäß sind allerdings auch die Ängste und Unsicherheiten, die den Umgang mit Geld begleiten. Sie resultieren vor allem aus Schwierigkeiten, „die ökonomische Wertigkeit von Objekten oder Praktiken zu ermitteln, also aus dem Problem, wie sich die Akteure zueinander und zu Sachverhalten ökonomisch in Beziehung setzen“ (Beckert/Diaz-Bone/Ganßmann 2007, 31). Denn dieses geschieht ebenfalls unter Bedingungen der Kontingenz, die eine deutlich soziale Dimension aufweisen. Geldakteure müssen zum Beispiel nicht nur sich selbst, ihr Umfeld und ihre Umgebung einschätzen, sondern häufig auch ihre Geschäftspartner und andere Marktteilnehmer, um sich mit deren Handlungen und Perspektiven zu koordinieren. Sie verhandeln dabei zur gleichen Zeit soziale und zeitlich-dynamische Ordnungsprobleme, die sie nur interpretativ und nicht absolut lösen können. Stets bleibt die Gefahr, dass ihre Erwartungen sie täuschen. Kommt es anders als gedacht, kann es sein, dass sie ‚falsch investiert‘ haben oder dass sie etwas ‚teuer zu stehen kommt‘. Wie aber wird nun mit dieser Potenzialität umgegangen? Und woran orientieren sich die Akteure angesichts ihrer Unsicherheit?

Entscheidungen unter Unsicherheit

Entgegen der Vorstellung vom klassischen Homo Oeconomicus, der sachlich Chancen und Risiken abschätzt, basiert ein Großteil geldbezogener Entscheidungen schlicht auf Vertrauen. Vertrauen ist ein Komplex aus Motiven und Emotionen, der einer praktischen und pragmatischen Logik des ‚Gewusst-wie’ verhaftet ist. Es erleichtert ökonomische Entscheidungen, indem es die Unsicherheit der Akteure, sprich ihr Kontingenzempfinden, überbrückt. Wer vertraut, der ist nicht nur zuversichtlich das Richtige zu tun, er handelt so, „als ob er der Zukunft sicher wäre“ (Luhmann 1968, 7). Und tatsächlich vermag gewährtes Vertrauen auch selbst Kontingenz zu begrenzen. Es ‚verpflichtet’ dabei im ganz sprichwörtlichen Sinne, denn sein Erhalt ist wirtschaftlich üblicherweise ebenso erwünscht wie sozial. Auf Märkten stellt Vertrauenswürdigkeit eine wichtige Ressource dar, weil sie Interaktionsbarrieren abbaut und Erwartungsstabilität schafft (Berghoff 2004). Was allerdings die Basis des Vertrauens ist, kann je nach Kontext höchst unterschiedlich sein. Bisherige Erfahrung, Bekanntschaft und Reputation, Konventionen oder Institutionen sind allesamt mögliche Ansatzpunkte von Vertrauen, das nicht selten eine ‚ansteckende’ und habitualisierende Wirkung entfaltet. 

Die heute mehrheitlich räumlich entgrenzten Märkte mit ausgedehnten Konkurrenzverhältnissen und Interdependenzen halten hier freilich besondere Bedingungen bereit. Ihre Komplexität und Anonymität erschwert die Bildung von Vertrauen beziehungsweise verlangt dessen aktive Produktion, wohingegen die Bedeutung von Expertenwissen und nutzbaren Informationen zunimmt. Zugleich herrscht besonders dort, wo Investitionen längerfristig ausgelegt sind und/oder wo ‚viel auf dem Spiel steht‘ ein ausgesprochen starker Planungs- und Rechtfertigungsdruck. Als Folge wird Kontingenz in diesen spezifischen Handlungskonstellationen vermehrt problematisiert. Jene setzen daher Akteurskompetenzen voraus, die neben Vertrauensfähigkeit auch in der gezielten Vorhersage und Aneignung von Zukunft bestehen. Das zentrale „framing device“ (Boholm 2003, 167) bildet hier die Evaluierung von Risiken und Chancen. Sie bindet die individuellen Erwartungshorizonte über Plausibilisierungsstrategien an kollektive zurück und dient als Rationalisierungs- und Relationierungspraxis zugleich. Durch den Entwurf von wahrscheinlichen Zukunftsszenarien können Akteure die Konsequenzen ihrer Entscheidungen besser bewerten und dazu Position beziehen. Sie treten in Bezug auf die Mittel und Ziele in eine Art versichernden Dialog. Dieser Zwischenschritt der konstruierenden Prospektion wirkt nun einerseits handlungsermächtigend und motivierend. Akteure können daraufhin eine „Kolonialisierung der Zukunft“ (Giddens 1991, 114) von der Gegenwart aus versuchen, die ihnen möglichst hohe Gewinne oder doch zumindest wenig Verluste in Aussicht stellt. Auf der anderen Seite hat der Evaluierungsprozess aber auch eine disziplinierende Komponente. Fast jede Nutzen/Schaden-Bewertung stellt durch ihre Intersubjektivtät auch auf Verantwortlichkeit ab und impliziert mehr oder minder verpflichtende Vorstellungen vom ‚richtigen’ und ‚falschen’ Handeln (Douglas/Wildavsky 1982). 

Risiko als Chance: der unternehmerische Umgang mit Potenzialität

In der unternehmerischen Praxis gegenwärtiger Güter- und Finanzmärkte werden Risiken allerdings auf spezifische und doch ambivalente Weise entborgen und gehandhabt. Ich bezeichne den Modus dieser Praxis als unternehmerisch, weil sie darauf angelegt ist, die „alertness“ (Kirzner 1973) der Akteure und daran gebunden ihre Risikobereitschaft (finanziell) zu belohnen. Aus Unternehmenssicht etwa liegen wirtschaftliche Chancen nicht nur im Erkennen und Umschiffen von Risiken, sondern auch darin sie einzugehen. Und auf den Finanzmärkten wird gar gezielt mit Risiken gehandelt oder auf Volatilitäten spekuliert (Esposito 2010). Gleichzeitig stößt die Tragfähigkeit von Zukunftsprospektionen, die hier eine so prominente Rolle einnehmen, regelmäßig an ihre Grenzen. Immer wieder droht der Zufall die Wirtschaft als ausgerufene Domäne rationaler Planung einzuholen. Dies liegt auch daran, dass das Kontingenzproblem der Akteure neben einer epistemologischen eine ontologische Dimension besitzt, die sich einem solchen Zugriff verschließt (Knight 1964 [1921]; Keynes 1921). Worin besteht dann aber genau ökonomische Evaluierungsexpertise und mittels welcher epistemischen Praktiken kann sie dennoch Handlungskompetenz und -konsistenz herstellen?

Die Generierung ökonomischen ‚Zukunftswissens’

Eine Zentralstellung bei der Vorhersage und Aneignung von Zukunft nimmt die Verfügbarkeit von Informationen ein. Die Praxis der Selbst- und Fremdbeobachtung wie auch der Kommunikation ist dementsprechend essenziell für die Wahrnehmung marktbezogener Chancen. Informationen sind dabei ungleich verteilt und zeitigen noch dazu nicht zwangsläufig dieselben Ergebnisse. Sie müssen sinnstiftend über Wissens- und Wertbezüge interpretiert werden und sind damit nicht zu lösen von den Dispositionen der Akteure (Fähigkeiten/Präferenzen) und der sozialen wie diskursiven Einbettung entsprechender Bewertungslogiken. Aktuelle Strömungen der Wirtschaftssoziologie1 – wie etwa die Ökonomie der Konventionen oder die Social Studies of Finance – fokussieren hier die Rolle von Objekten, Techniken und Routinen als formgebende Dispositive, die „calculative agencies“ (Callon/Muniesa 2006) hervorbringen. Anhand ausgewählter Akteursgruppen der miteinander eng verzahnten Arenen der Güter- und der Finanzmärkte, möchte ich diese verschiedenen Zusammenhänge im Hinblick auf Evaluierungspraktiken und Entscheidungskonstellationen ausschnitthaft in den Blick nehmen.

Möglichkeitsräume im Wettbewerb: Erwartungsbildung von Marktanbietern

Anbieter auf Gütermärkten sind darauf angewiesen, die langfristige temporale Dynamik absatzbedeutsamer Entwicklungen zu antizipieren, um den Wettbewerb zu ihren Gunsten gestalten zu können. Sie beobachten dazu sowohl ‚marktinterne’ als auch ‚-externe’ Faktoren. Ungewissheit, die sich daraus ergibt, dass die Wettbewerbsbedingungen und Nachfragehorizonte der Zukunft nicht unbedingt denen der Vergangenheit entsprechen, ist hier keinesfalls nur mit Gefahren belegt, sie schafft auch die Chancen auf außerordentliche Gewinne. Anbieter müssen folglich versuchen, den Markt von Morgen zu imaginieren oder zu fiktionalisieren (Beckert 2011) und darauf aufbauend Ausstattungen bereitstellen, die gewinnorientierte Kalkulationen ermöglichen (Deutschmann 2008). Doch was formt ihre Zukunftsperspektiven? Zweifelsohne haben Netzwerkstrukturen großen Einfluss darauf, welche Arten von Unsicherheiten in den Blick geraten, wie sie eingeschätzt und angegangen werden (Engels 2010). Wettbewerber orientieren sich beispielsweise an den Positionen anderer Wettbewerber und sind innerhalb wie außerhalb der Unternehmen auf Beziehungen zum Informationsaustausch angewiesen. Marktvisionen entwickeln sich vornehmlich entlang dieser Konstellationen. Aus ihnen lassen sich dann Strategien ableiten, die im Hinblick auf ihre Risiko- und Chancenpotenziale evaluiert werden. Genau hier ansetzend, trägt wirtschaftswissenschaftliches Wissen stark zur Standardisierung von Deutungs- und Handlungsrepertoires bei. Businesspläne und Bilanzen etwa, müssen bestimmte Kategorisierungen bedienen und eine gemeinsame Sprache sprechen, die sie plausibel und gerechtfertigt erscheinen lässt. Dabei werden Informationen argumentativ zugerichtet und Übersetzungsprozesse geleistet (Chiapello 2009), welche das ‚ökonomische’ einer Einschätzung überhaupt erst konstituieren. An diesem Punkt tragen also vor allem Rhetoriken (vgl. McCloskey 1985; Holmes 2009) dazu bei, Risiken von Chancen unterscheidbar zu machen und Präferenzordnungen für Handlungsentscheidungen festzulegen. Sie strukturieren ebenfalls die immer wieder zu aktualisierende Verhandlung zukunftsgerichteter Handlungsfähigkeit, die allerdings an konkrete Kommunikations- und Organisationskulturen – und damit an Machtfelder – gebunden bleibt. 

Die Beurteilung von Erwartungen: zur Praxis der Finanzanalysten 

Das „in Erwartung stellen“ (Kalthoff 2004, 169) einer Zukunft, in der (Markt-) Chancen genutzt werden können, umfasst zugleich Politiken, die über die Unternehmensgrenzen hinausreichen. Dazu gehört die strategische Passung von Signalen an beobachtende Konkurrenten und Kooperationspartner (White 2002; Mützel 2009), wodurch auf deren Seite neue Unsicherheiten entstehen. Finanz-, Aktien- und Risikoanalysten, die mit der langfristigen Beurteilung von Unternehmen beauftragt sind, sehen sich eben mit diesem Problem konfrontiert, da sie Einschätzungen nur auf Grundlage von Repräsentationen (wie z.B. den Unternehmensbilanzen) vornehmen können (vgl. hier und im Folgenden: Kalthoff 2007; Knorr Cetina 2011; Faust/Bahnmüller 2007). Durch eine Umformatierung von Informationen versuchen sie finanzmarktliches Zukunftswissen zu generieren. Ihre tägliche Arbeit ist in erster Linie eine rechnergestützte Arbeit an Dokumenten, mit Massendaten und statistischen Kennziffern, die zukünftige Wert- oder Preisentwicklungen auf der Basis von Vergangenheitstrends und Erfolgsquoten erschließbar machen sollen. Dabei ist der Umgang mit dieser Art epistemischer Objekte (Knorr Cetina/Brügger 2000) von Skepsis geprägt. Zwar ist die Verwendung von routinisierten Verfahren und statistischen Kennziffern als heuristische Instrumente unumstritten, weil sie die Rationalität, die Wirklichkeitsgeltung und – im Konfliktfall – die Legitimität der Entscheidung sicherstellen sollen.2 Gleichwohl gibt es variable Grade der Relevanzsetzung des Errechneten. Die Analysten kennen zum Beispiel die Unzulänglichkeiten der Daten und Modelle, mit denen sie arbeiten müssen; sie wissen, dass jene weder objektiv noch aussagekräftig sein müssen. Eine Anlageoption wird daher oft zusätzlich qualitativ bewertet und sich darüber kommunikativ abgestimmt. Meinungsbasierte Erwartungen dienen somit auch diesen Akteuren als wichtige Filter und Korrektive, die nicht zuletzt soziale Rechtfertigungsregister des Vertrauens (zum Beispiel in das Management eines aktienstellenden Unternehmens, die Richtigkeit der ausgewiesenen Zahlen, die Bewährtheit einer Praxis) sowie handfeste Hierarchien und Reziprozitäten bedienen.

Dem Risiko begegnen: Handel(n) auf Finanzmärkten

Mit ihrer Beurteilung geben die Analysten wichtige Handlungsempfehlungen an finanzmarktliche ‚Entscheider‘ ab, indes muss für die Anleger selbst eine enge Verflechtung von Unternehmensprognosen und ihren eigenen finanziellen Gewinnchancen nicht immer gegeben sein. Erstens erfolgt die Bereitstellung von Kapitalien zu sehr verschiedenen Zwecken, wie etwa des Kreditzinses, der Unternehmensbeteiligung oder schlicht des Weiterverkaufs von Rechten – auch wenn sich Intentionen und Handlungsoptionen fortlaufend verschieben können (Hertz 2000). Zweitens sind der Handel- und Wandelbarkeit von Risiken auf den Sekundärmärkten kaum noch Grenzen gesetzt. Zwar wird jede Transaktion, deren Ertrag vorläufig unsicher bleibt, als riskant gedeutet, wobei in der Regel mit höherer Risikoklassifizierung auch der mögliche Zugewinn korreliert. Diese Risiken lassen sich aber versichern, verschieben und in Portfolios derart mit anderen kombinieren, dass sie angeblich trotz guter Renditeleistungen neutralisiert werden. Die Technik der Portfoliobildung beruht auf der stochastischen Simulation möglicher Folgen von Anlageentscheidungen im Hinblick auf das Mischungsverhältnis der Anlageformen. Indem die verwendeten Modelle auf Zufallswahrscheinlichkeiten (!) basieren und Korrelationen statt Kausalitäten zugrundelegen, versprechen sie alle Facetten von Kontingenz mit einzukalkulieren: „The models for portfoliomanagment (…) promise to consider all possible future courses and offer a guarantee for each of them, with no need to know which one will occur“ (Esposito 2011, 15). 

Während nun aber Portfoliomanager – ähnlich den oben beschriebenen Analysten –, die dadurch hervorgebrachte Darstellung kritisch reflektieren (Vormbusch 2012), haben Händler auf Sekundärmärkten nicht dieselben Möglichkeiten zum kontrafaktischen Umgang mit Daten und Modellen. Als explizite ‚risk-taker‘ sind etwa Spekulanten und Arbitrageure nicht an langfristigen Optimierungsstrategien interessiert, sondern an der direkten Konfrontation mit dem Risiko. Sie orientieren sich weniger am ‚realwirtschaftlichen‘ Geschehen als an den Handlungen anderer Finanzmarktakteure, genauer gesagt an Kurstrends beziehungsweise den Motiven und den Investmentstilen, die sie dahinter vermuten (Zaloom 2003). Um Gewinnchancen auszunutzen, müssen sie relativ unmittelbar entlang der auf Monitoren appräsentierten (Knorr Cetina/Brügger 2000) globalen Finanzmarktströme entscheiden. Der Glaube an den Markt als höchste Autorität (Zaloom 2005, 253), wie er sich in dieser Form erlebbar macht, bestimmt ihre Prognosen, die auf Präsenz und Selbstdisziplinierung, statt auf expliziter Zukunftsgerichtetheit und formalen Wissenstechniken beruhen. Wenngleich Spekulanten und Arbitrageure ebenfalls analytische Tools benutzen, handeln sie eher intuitiv. Und: „Intuitive judgement [of traders, A.-C. V.] (...) is built up through trial and error experience, independent of any conscious effort to learn” (Abolafia 1996, 26). Auch hier wird also Produktivität erst durch die partielle Absage an theoretisches Wissen und ‚Wissen-Können‘ ermöglicht. 

Evaluation und Kalkulation: 

die Zukunft im Blick

Was lässt sich abschließend anhand der aufeinander aufsetzenden Evaluierungspraktiken so unterschiedlicher Akteursgruppen sagen? Erstens: Fiktionalität ist ein entscheidendes Element wirtschaftlicher Planungskompetenz (Beckert 2011), sei es, dass jene auf Fiktionen aufbaut oder dass diese erst durch wirtschaftswissenschaftliche Tools angeleitet werden. Zweitens: Ökonomisches Fachwissen bildet einen wichtigen Rahmen für zukunftsgerichtetes Handeln, der aber durch ‚Glauben‘ und ‚Glaubwürdigkeit‘ und damit durch soziale wie symbolische Semantiken des Vertrauens ergänzt werden muss. Wird dieser Glaube durch den Zufall, sprich die Erfahrung von Verstehens- und/oder Handlungsohnmacht, nachhaltig erschüttert, steht auch die Arbeit an der eigenen Biografie zur Disposition (Myazaki/Riles 2005). Doch mehr noch: Fehlentscheidungen auf der Basis von Kalkulationen – und zwar nicht nur im Sinne dessen, dass „etwas berechnet“, sondern vor allem, dass „mit etwas gerechnet“ wird (Kalthoff 2004, 154) – können weitreichende Folgen haben, die substanziell-materielle und ethische Konflikte auslösen. Auch insofern lohnt es sich, die Handlungsumgebungen und sinnstiftenden Rechtfertigungsregister ökonomischer Akteure, welche eine Aneignung der Zukunft versuchen, dabei erfolgreich sind oder scheitern, weiter anthropologisch in den Blick zu nehmen. Sie sind ein blinder Fleck, den es auszuloten gilt.

Anmerkungen

1 Es handelt sich um Strömungen, die sich (u. a.) von der Actor-Network Theory und den Sience and Technology Studies inspirieren ließen. Verwiesen sei hier der Kürze halber nur auf drei einführende Sammelbände, nämlich Diaz-Bone (2011), Knorr Cetina/Preda (2005) und MacKenzie/Muniesa/Siu (2007).

2 Dass diese drei sinnstiftenden Funktionen nicht unbedingt (gleichermaßen) erfüllt werden, zeigt eine Studie von Akos Rona-Tas (2007). Sie veranschaulicht, dass Banken im Fall von Verbraucherkrediten explizit auf der Ebene des statistischen Vergleichs verharren, um gegebenenfalls Ablehnungs-entscheide rechtfertigen zu können, obwohl dies auf Kosten der Vorhersehbarkeit von Zahlungs-ausfällen und der Rentabilität geht.

Literatur

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Zufall lässt Deutungsmöglichkeiten offen, dort wo kausale Erklärungen nicht mehr greifen. Gleichsam hat er damit den Beigeschmack des Erlebnishaften und Abenteuerlichen und erscheint als Sehnsuchtsort der Spontaneität und der Befreiung aus einem berechnenden und kontrollierenden Korsett. Die Beiträge der vorliegenden Ausgabe des Kuckucks zeigen jedoch: Zufall muss nicht notwendigerweise das Gegenteil von Berechnung und Kontrolle sein, sondern geht auch oft eine Komplizenschaft mit der Kalkulation ein – und wird etwa schon längst ökonomisch nutzbar gemacht. Aus kulturanthropologischer Sicht scheint es deshalb wichtig, Zufall zu thematisieren und als oft nur scheinbar „zufällig“ zu entlarven, etwa wenn es um Determinanten sozialer Ungleichheiten geht. Die aktuelle Ausgabe versammelt Beiträge aus verschiedenen Disziplinen zum Thema und fragt danach, welche Rolle Zufall im jeweiligen fachlichen Zusammenhang spielt. Von chaosthereotischen Gedanken über eine musikwissenschaftliche Betrachtung bis zu theologischen Überlegungen reicht diesmal die Bandbreite an Texten. Die versammelten kulturanthropologischen Beiträge versuchen den Zufall in alltäglichen Kontexten zu greifen.
Rainhard Z. Bengez schreibt über ein Konzept, das das aktuelle Zeitalter in besonderer Weise von vorangegangenen abgrenzt: Wahrscheinlichkeit und Zufall, ohne die heutige Geld- und Kapitalmärkte und Versicherung nicht denkbar wären. Er rafft die Geschichte von Wahrscheinlichkeit und Risiko von der Antike bis zur heutigen – jenseits von Schicksalsängsten von Gestaltungswillen geprägten – Zeit zusammen.

Ina-Maria Greverus macht sich mit der Figur des Kamels auf die Suche nach Serendipity und dem Zufall, den sie im Prinzip des Reisens findet. Ihre Gedanken wandern von den schweifenden Ethnolog_innen über Sprache als Form sinnlicher Forschung bis zur Möglichkeit des bösartigen Zufalls. Maria Schwertls Gedanken kreisen ausgehend von eigenen Feldforschungserfahrungen rund um das Thema der Komplexität. Sie fragt danach, inwiefern sich Ethnographie als Methode eignet, um komplexe Phänomene zu beschreiben und stellt mit Marilyn Strathern fest, dass Komplexität keine Frage des Maßstabs und damit weder an das Konkrete noch an das Abstrakte gebunden ist. Verschiedene Ansätze – von Post-ANT bis zu mobiler Feldforschung – versuchen diese Komplexität zu fassen.
Lena Kohl schreibt über Mitfahrgelegenheiten und -geschichten, die sich rund um das Unerwartete beim Mitfahren spannen. Anhand von Texten über dieses Phänomen analysiert sie die Verknüpfung des funktionalen (pragmatischen) Reisezwecks mit dem Reiz des Zufalls und dem Umgang mit Unwägbarkeiten.
In dem essayistischen Streifzug durch medizinanthropologische Notizen zum Thema Transplantationsmedizin verdeutlicht Katrin Amelang sogenannte Kausalitätslücken in medizinischen Erklärungsketten. Diese offenbaren sich vor allem in der Kluft zwischen medizinisch-statistischer Berechnung und Erklärungsmustern, die auch für die Betroffenen zufriedenstellend sind bzw. zwischen rationalen Erklärungen und vermeintlich irrationalen Vorstellungswelten.
Andreas Pirchners Beitrag nimmt verschiedene Arten des Einsatzes von Zufall in der Musik in den Blick. Im Mittelpunkt stehen dabei Strategien, die von Komponist_innen entwickelt wurden um zufällige Elemente in die Kompositionen zu integrieren. Die Beispiele von unter anderem John Cage und Iannis Xenakis verdeutlichen dabei die enge Verwobenheit von Zufall und Kontrolle sowie das Bedürfnis Zufälliges kontrolliert einzusetzen.
Gerd Möll und Ronald Hitzler schreiben über das in den letzten Jahren einen weltweiten Boom erlebende Phänomen Poker. Gleichzeitig Glück- und Geschicklichkeitsspiel finden die Spieler_innen beim Poker eine Ambivalenz vor, die ihr Selbstverständnis zwischen eigenem Können und (unglücklichem) Zufall, kurzfristigem Risiko und langfristigem Gewinn prägt.
Anna-Carolina Vogel beleuchtet den Kontingenzbegriff, der im Gegensatz zum Zufall nicht auf das Unerwartete beschränkt ist, sondern als eine Handlungsorientierung taugt, und seine Bedeutung in der kapitalistischen Geldökonomie. Zentral ist dabei die Bewertung von Risiken und Chancen, auf Basis wirtschaftswissenschaftlichen Wissens, ebenso wie die Komponente Vertrauen.
Hans H. Diebner geht von einem pluralen Zufallsverständnis aus, indem er feststellt, dass in Bezug auf diesen Begriff eine ontologische Mehrdeutigkeit vorliegt. Am Beispiel der Populationsdynamik geht er dem Wesen des Zufalls in der Chaostheorie auf den Grund.
Peter Vogt schreibt über das Verhältnis Gott und Zufall und wie sich die beiden Konzepte trotz ihrer Widersprüchlichkeit vereinen. Die Konsequenz ist, dass Gottes Handlungen nicht mehr in Form allwissender Voraussicht und allumfassender Vorausbestimmung verstanden werden können. Die Fotogramme von Tanja Fuchs und Linda Riedl ergänzen die sprachliche Auseinandersetzung mit dem Zufall.
 


 Georg Wolfmayr & Barbara Frischling

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