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Universität Graz kuckucknotizen.uni-graz.at Archiv 1/12 Schweigen
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1/12 Schweigen

Inhalt

Elisabeth Katschnig-Fasch (1947-2012)

„www.wir-sind-nicht-[st]umm.de“ Deutsche Gebärdensprache, Differenzmarkierungen und Zugehörigkeiten
Anja Kittlitz

Madonna im Heiligen Land. Die Lehren der Kabbalah zwischen Geheimnis und Popkultur
Jacques Picard

Volkskunde zwischen Wien und Norwegen. Lily Weiser-Aall (1898-1987)
Dunja Sporrer

Der Dermatologe in der U-Bahn. Über Schweigegebote
Daniel Habit

„Bitte erheben Sie sich zur Schweigeminute!“ Stille als auditiver Gegensatz zur Normalität des Lärms im Fußballstadion
Stefan Hebenstreit

„Das war kein Thema, wir hatten keins.“ Familiäre Praktiken des Schweigens zu Geld
Gisela Unterweger

[…] man ist halt still gewesen. Vom Schweigen privater Beherbergerinnen zur Vielstimmigkeit des Nicht-Diskursiven?
Martina Röthl

Vom unmöglichen Schweigen der Unterwasserwelten. Ein zwei- und dreidimensionaler Besuch im klingenden Sea Life Aquarium
Susanne Schmitt

0 ©kuckuck
©kuckuck

„www.wir-sind-nicht-[st]umm.de“ 1
Deutsche Gebärdensprache, Differenzmarkierungen und Zugehörigkeiten
Anja Kittlitz

 

Impressionen

Eine Momentaufnahme aus dem Improvisationstheater. Zwei Personen befinden sich auf einer Bühne. Während die eine von beiden auf vom Publikum vorgegebene Stichwörter hin eine Situation und ihre Geschichte improvisiert, überträgt die zweite das Geschehen ins Nonakustische. Die Rollenverteilung auf der Bühne wurde dem Publikum vorab mit folgenden Worten beschrieben: „Einer spricht“ und „einer macht den Gebärdendolmetscher, Pantomime also“. Mit ausdrucksstarken Gesten und Mimiken, fast wäre man versucht von Gesichtsakrobatik zu schreiben, rückt der „Dolmetscher“ schnell in den Mittelpunkt des Geschehens. Das Publikum scheint begeistert, ein Lacher jagt den nächsten. Die „Übersetzung“ passiert etwa wie folgt: Zusammengesetzte Nomen werden in ihren Einzelbestandteilen dargestellt, Doppelbedeutungen lautsprachlicher Artikulationen werden in ihrer Absurdität bezüglich des „übersetzten“ Gesprächsinhaltes auf die Spitze getrieben. Gerade ist Darsteller Nummer zwei gefordert, eine Person zu zeigen, die nicht hören kann. Er verzieht sein Gesicht zu einer Grimasse, beginnt auf einem Bein zu hüpfen, legt den Kopf schief und schlägt mit der linken flachen Hand auf sein linkes Ohr.

Ortswechsel. Im Zwischengeschoss eines Münchner U-Bahnhofs wird gerade ein neues Plakat auf einer der zahlreichen Werbeflächen angebracht. Ein greller, neogelber Schriftzug auf weißem Hintergrund vermittelt auf den ersten Blick folgende Information: „Taub = Stumm“. Im Zentrum des Plakats ist die Schwarz-Weiß-Fotografie eines jungen Mädchens abgedruckt. Ein weiterer Schriftzug verrät ihren Namen, Rebecca. Rebecca ist zehn Jahre alt. Sie trägt ihre Haare zu einem Zopf geflochten über die Schulter nach vorn, später möchte sie einmal Tierärztin werden. Über ihrem Bild ist ein weiterer Schriftzug abgedruckt, in neonpink. Er überlagert die gelbe Schrift, die, vom linken Plakatrand her kommend, zunächst die gesamte Fläche zu dominieren scheint. „Ich bin nicht stumm, ich rede nur anders.“ Rebecca spricht Gebärdensprache. Mit drei weiteren Kindern posierte sie für die Kampagne „Wir können alles, nur nicht hören“2, die von zwei Augsburger Kommunikationsdesignern 2009 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Gehörlosen-Stadtverbände e. V. verwirklicht wurde. Auf der Kampagnenhomepage „www.wir-sind-nicht-dumm.de“ beschreiben sie ihre Intentionen zur Aktion. Mittels „provokativer und plakativ gestalteter Aussagen“ sollten „verbreitete Vorurteile gegenüber Gehörlosen“ aufgegriffen werden und eine öffentliche Debatte angeregt werden. Vor allem möchten sich die Initiatoren gegen das empfundene Vorurteil „taub sei gleichbedeutend mit dumm“ wenden.3

Sowohl die Szene aus dem Improvisationstheater wie auch das U-Bahn-Plakat sind als Beispiele für Umgangsweisen mit dem Thema „Gehörlosigkeit“ zu lesen. Schnittstelle beider Situationen ist die Verwendung von Gebärden(sprache). Während Situation eins jedoch eine überspitzte, stereotype Perspektive Hörender4 wiedergibt, steht die Plakatkampagne für eine Position der Gehörlosengemeinschaften. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Stigmatisierungen wie diese durch eine gezielte Thematisierung des „Andersseins“ zu durchbrechen. Angeregt durch diese beiden Blitzlichter möchte ich mit diesem Artikel die Frage stellen, inwiefern sich am Beispiel der Deutschen Gebärdensprache Konstruktionsprozesse des Anderen zeigen lassen. Wie werden Distinktionen, aber auch Zugehörigkeiten im gegenseitigen Miteinander von sozialen Bezugsgruppen wie beispielsweise Hörenden und Gehörlosen erzeugt? Beantwortet werden soll dies am Beispiel der Perspektive Schwerhöriger. Denn als schwerhörig geltende Personen, die sich schwerhörigen Bezugsgruppen zuordnen, sehen sich zum einen gefordert, stets zwischen der polaren Konstruktion von Hörenden und Gehörlosen zu oszillieren. Gleichzeitig erfolgt in Abgrenzung zu beiden die Konstitution eines „eigenen“ Standpunkts, der den sozialen Status absichert und eine Verortung im sozialen Gewebe schafft. Vorsicht ist jedoch beim Weiterlesen vor der vorschnellen Annahme festgeschriebener, ontologisch bestehender Gruppen geboten, ebenso wie bei einer Negation physischer Realitäten. Hörendsein, Schwerhörigsein und Gehörlossein werden hier als Ergebnisse medizinischer Diagnostik verstanden, die als soziale Konstruktion relationale und vor allem situative gruppierende Effekte mit sich bringt. Um diese soll es im Folgenden gehen.

 

Zuschreibungen

„(1) Die Deutsche Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt. (2) Lautsprachbegleitende Gebärden sind als Kommunikationsform der deutschen Sprache anerkannt. (3) Hörbehinderte Menschen (Gehörlose, Ertaubte und Schwerhörige) und sprachbehinderte Menschen haben nach Maßgaben der einschlägigen Gesetze das Recht, die Deutsche Gebärdensprache oder lautsprachbegleitende Gebärden zu verwenden. Soweit sie sich nicht in der Deutschen Gebärdesprache oder mit lautsprachbegleitenden Gebärden verständigen, haben sie nach Maßgabe der einschlägigen Gesetze das Recht, andere geeignete Kommunikationshilfen zu verwenden“ (§ 6 Satz 3 BGG).

Mit dem Paragrafen sechs des Behindertengleichstellungsgesetzes wurde die Deutsche Gebärdensprache (DGS) im Jahr 2002 als eigenständige Sprache anerkannt und ihre Nutzung juristisch legitimiert. In den USA erfolgten vergleichbare gesetzliche Verankerungen in den 1980er- beziehungsweise den 1990er-Jahren. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der American Sign Language (ASL) als natürlicher Sprache existiert seit den 1960er-Jahren.5 Während Gebärdensprache für die Gehörlosengemeinschaften als Muttersprache gilt und sie für die Schwerhörigengemeinschaften in Form von lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) oftmals eine kommunikative Unterstützung zur Lautsprache darstellt, findet Informationsaustausch für die hörende Mehrheitsgesellschaft, wenn nicht schriftlich, in der Regel lautsprachlich statt. Gebärdensprache ist damit nicht Teil ihrer Alltage und der einzige Berührungspunkt für viele Hörende ist oft nur der Gebärdensprachdolmetschende, der bei bestimmten Nachrichtensendungen am Bildschirmrand des Fernsehapparats eingeblendet wird. Meist wird aus dieser Perspektive unter Gebärdensprache eine international funktionierende lose Ansammlung von Gesten gefasst, die lautsprachliche Abfolgen synchron übersetzt. Dabei existieren aber mit der Deutschen Gebärdensprache (DGS), der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) und der Deutschschweizerischen Gebärdensprache (DSGS) allein im deutschsprachigen Raum bereits drei differierende nationale Gebärdensprachen mit zahlreichen Dialekten. Das eigenständige linguistische System der Gebärdensprache zeigt sich damit als Form eines Spezialwissens. Im aktuellen Sprachgebrauch werden parallel dazu in sich differenzierte Begrifflichkeiten wie gehörlos, ertaubt, CI-tragend6 oder schwerhörig oft unter taubstumm subsumiert, was eine gesetzte Verquickung einer organischen Hörschädigung mit einer organischen Stummheit als Jedermannswissen (vgl. Berger/Luckmann 2007) suggeriert. Wenn Rebeccas Fotografie also mit „taub = stumm“ überschrieben ist, wird einerseits eine grafische Auflösung dessen angestrebt, gleichzeitig erfolgt aber eine Wiederholung des festgefahrenen Stereotyps. Rebeccas Plakat wendet sich gegen die historisch gewachsene Bedeutungsbelegung von Gebärdensprache als nichtsprachlicher Kommunikation und gegen den Konnex von Gebärdensprache und geringem Bildungsgrad, der sich mit der Etymologie des Adjektives „stumm“ zeigen lässt. „In der Hauptbedeutung ‚unfähig zu sprechen’ hat es das gemeingerm. Wort ‚dumm’ abgelöst“ (Duden 2007: 825). Das Stichwort „taub“, das wie das englische „deaf“ eine gemeinsame Wortwurzel mit dem Adjektiv „dumm“ hat, rekurriert auf das mittelhochdeutsche „toup“, das in seinen Bedeutungen neben „nichts hörend“ gleichzeitig „nichts empfindend“ sowie „nichts denkend“ meint, und auf das althochdeutsche „toub“, das „gehörlos, stumpf[sinnig], dumm“ meine. „Die niederdeutsche Entsprechung von hochdeutsch taub ist doof“ (Duden 2007: 839).

 

Biografische Einblicke

Anhand der Geschichte Philipps (50 Jahre, Single, keine Kinder) soll nun exemplarisch gezeigt werden, welche Bedeutung Gebärdensprache im Verständnis von Zugehörigkeiten und in der Abgrenzung zu Anderen, etwa hörenden oder gehörlosen Bezugsgruppen, einnimmt.7

Der Paragraf sechs im Behindertengleichstellungsgesetz beschreibt als Nutzende der Deutschen Gebärdensprache drei Personengruppen: Gehörlose, Ertaubte und Schwerhörige. Philipp gilt entsprechend seiner medizinischen Diagnose als prälingual mittelgradig schwerhörig und fällt damit unter die Kategorie Schwerhöriger. Aus kulturwissenschaftlicher Sicht gilt es nun, einen genaueren Blick auf diese Zuschreibungen zu werfen. Schließlich entsteht aus der medizinischen wie juristischen Definition einer schwerhörigen Person immer auch eine soziale Rolle, nämlich die DES Schwerhörigen. In einem weiteren Schritt wird dieser außerdem eine soziale Gruppe zugeschrieben, die DER Schwerhörigen. Heterogenitäten werden durch Schlagworte vereinheitlicht und sprachlich greifbar gemacht. Ausgangspunkt ist dabei stets die Perspektive Hörender, die Hören als Norm und damit gleichzeitig als Normalität definiert, wodurch Philipps Körper im Foucault’schen Sinn zum virtuellen Träger des Anormalen (Foucault 2007: 185) wird. Dies artikuliert sich auch in seinen Erzählungen.

„Die Hörenden können nicht mit uns umgehen. Erstens durch das Vorurteil, dass Hörschädigung gleich doof ist. Früher war das so. Durch die Gebärdensprachunterdrückung konnten wir nicht groß mitkriegen, was wir lernen. Da war unser Wissensstand gering. Heute ist das besser. Auch durch die Hörgeräte. Und da ist das Vorurteil: ‚Du hörst nichts, du bist doof.’ Das englische Wort ‚deaf’, das klingt wie ‚doof’. Und das ist die Abgrenzung, Ablehnung uns gegenüber.“

Philipps Mutter hat während ihrer Schwangerschaft das Medikament Contergan eingenommen, infolgedessen Philipp mit nicht angelegten Gehörgängen und ohne Ohrmuscheln geboren wurde. Im Alter von acht Jahren wurde die erste „hörverbessernde Operation“ durchgeführt. Die Gehörgänge wurden künstlich angelegt und seit einem weiteren Eingriff trägt Philipp abnehmbare Ohrmuschel-Epithesen aus Silikon und knochenverankerte Hörgeräte. Die Ohrmuschel-Epithesen legt er heute meist nur noch in seinen eigenen vier Wänden ab. Obwohl sie nach der Operation fast gar niemandem aufgefallen seien, denn „Ohren sind was Normales“, sei es ein schönes Gefühl, in den Spiegel zu blicken und zu sehen, dass „wieder was Gescheites dranhängt“. Als Kind besuchte Philipp zunächst einen Kindergarten für gehörlose Kinder. Auf Wunsch seiner Mutter wechselte er allerdings nach kurzer Zeit in einen Regelkindergarten. Im Anschluss besuchte er eine Schwerhörigen- und Gehörlosenschule, die er mit der Mittleren Reife abschloss.8 Seine Lehre als Datenverarbeitungskaufmann absolvierte Philipp in einem „Rehazentrum für Körperbehinderte“, heute ist er seit 28 Jahren in einem Betrieb als technischer Zeichner für Elektrotechnik angestellt.

Gebärden wurden vielen meiner Gesprächspartner und -partnerinnen in ihrer Schulzeit als Kommunikationsmittel untersagt. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich auf die in der wissenschaftlichen Fachliteratur auch heute noch so genannte „Welt der Hörenden“ (vgl. z. B. Leonhardt 2002) vorbereiten und sich dementsprechend maßgeblich lautsprachlich orientieren. Einzelne nutzten Gebärden jedoch dennoch, wenn auch heimlich, in der Pausenzeit. Es ist daher nicht selbstverständlich, dass Philipp noch aus den Kindergartenjahren über Gebärdensprachkenntnisse verfügt und es ist wohl dem anfänglichen Besuch eines ausschließlichen Gehörlosenkindergartens zuzuschreiben. Lange Zeit fanden sie in seinem Alltag allerdings keine Verwendung. Aufgrund seiner Berufstätigkeit verlor er zunächst sogar den Kontakt zu allen hörgeschädigten Freundinnen und Freunden. In den achtziger Jahren schrieb er sich dann aber in einen Volkshochschulkurs für Mundabsehen ein und er machte sich auf die Suche nach aktiven Vereinen. Zuerst versuchte er es bei einem Gehörlosenverein. „Und da stand ich da vor der Haustür. Klingel. Scheiße, der hört doch gar nicht. (…) Also habe ich ein Schmierpapier rausgekramt, habe gekritzelt und es in den Briefkasten geschmissen. (…) Das … also, ich habe null Ahnung gehabt. Mittlerweile weiß ich, wie das geht. Die haben Blitzanlagen“. Der Kontakt mit dem Gehörlosenverein kam nie zustande. Kurz darauf trat Philipp einem Schwerhörigenverein bei, wo er bis heute aktives Mitglied ist. Zusammen mit dem Verein nahm er ein paar Jahre später an einer „Internationalen Hörgeschädigten Rallye“ in Finnland teil, wo seit Langem wieder einmal gebärdete. Von der Reise inspiriert, belegte er einen Kurs für lautsprachbegleitende Gebärden, frischte seine Gebärdensprachkenntnisse auf und wechselte in einen DGS-Kurs. „Und dann habe ich nach fünf Semestern endlich den Dreh rausgehabt, wie man gebärdet, locker und so. Ich kann nicht viel, aber locker.“ Heute, auch in den Gesprächen mit mir, greift Philipp oft auf lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) zurück. Das heißt, er gebärdet Schlüsselwörter im Satzfluss mit. Und auch ich bemerke, wie ich immer wieder einzelne Gebärden ins Gespräch einfließen lasse. Wenn wir uns unterhalten, blickt Philipp mir entweder direkt in die Augen oder ein wenig an mir vorbei. Er wendet mir dann sein Ohr zu und formt mit der Hand dahinter einen Trichter. So könne er meine Stimme „besser aufsaugen“. Welche Rolle spielen Gebärden also für Philipp?

 

Differenzmarkierungen und Zugehörigkeiten

Der physische Akt des Hörens wird in Philipps Handlungen ersichtlich als Set von situationsspezifischen Praxen, die Hören, Mundabsehen, Mimik, Gestik und Körpersprache vereinen. Vor allem für immer wiederkehrende Situationen wie „Telefongespräche“, „Arztbesuche“ oder „Lautsprecherdurchsagen“ werden individuelle wie sich aber auch ähnelnde Handlungsmuster entwickelt. Die sinnliche Wahrnehmung wird etwa erweitert durch den verstärkten Einbezug räumlicher Gegebenheiten oder optischer Informationen. So setzt sich Philipp beispielsweise bevorzugt mit dem Rücken zur Wand, anstatt zum offenen Raum, oder er liest die Fragen auf meinem Leitfaden mit. Hören als Tätigkeit zeigt sich mit seinem Beispiel für den Einzelnen als spezifisch habituelles Wissen, nicht zuletzt um den eigenen Körper, sowie als erlernter Wissenskomplex. Das bedeutet außerdem, dass in Interaktionen stets ein Konsens und damit Wissen über Verhaltensweisen eingefordert wird, um einen geglückten Austausch zu gewährleisten. In Philipps und meinen Gesprächen sind beispielsweise räumliche Nähe und fortwährender Blickkontakt die Basis unseres Miteinanders. Der Einsatz einzelner Gebärden übernimmt die Aufgabe der „stillen“ Verständnissicherung, beiderseits. Gebärden werden zu einem Teil des physischen Höraktes.

Wann und wie werden welche Gebärden eingesetzt? Ein Gespräch in Deutscher Gebärdensprache wäre mit mir als Amateurgebärdensprachlerin nicht möglich gewesen. Wir greifen beide auf lautsprachunterstützende Gebärden zurück. Innerhalb schwerhöriger Sprechergemeinschaften differiert dagegen die Verwendung verschiedener Formen von Gebärden je nach Interaktionssituation. Abhängig von Gebärden- und Lautsprachkompetenz des Gegenübers werden entsprechende Kommunikationsformen gewählt. Jedoch zeigt sich hier, dass, wenn überhaupt, meist lautsprachbegleitende oder lautsprachunterstützende Gebärden zum Einsatz kommen und weniger die Deutsche Gebärdensprache. Die Deutsche Gebärdensprache wird ausschließlich den Gehörlosengemeinschaften zugeschrieben, von denen man sich distanziert. Genauso wie von Hörenden.

„Viele Hörende sagen, Gehörlose und Schwerhörige, das ist ein Topf. Dabei ist die Problematik zwischen Schwerhörigen und Gehörlosen sehr verschieden. Aufgrund der Mentalität und Kultur. Die Gehörlosen machen das, die gebärden. Die hören ja gar nichts. Oder so gut wie gar nichts. Die haben das da (zeigt auf die Augen), um zu kucken. Und die unterhalten sich mehr. Das ist eine andere Sprache. Bei den Schwerhörigen ist es auch so, es gibt bei den Gehörlosen auch viele Schwerhörige, die so schwerhörig sind, dass sie Probleme haben, akustisch was mitzukriegen. Die tun sich leichter, da mitzumachen. (…) Die Hörschädigung von leichtgradig bis an Taubheit grenzend oder Gehörlosigkeit, das ist stufenlos. Und viele Schwerhörige wollen nicht zu den Gehörlosen, weil es hier hapert (gebärdet), haben aber auch Probleme bei den Hörenden. Das da (zeigt auf die Ohren). So stehen sie oft zwischen den Stühlen oder wissen nicht, wohin sie gehören“ (Philipp).

Gebärden fungieren als möglicher Indikator für zugeschriebene und artikulierte Körperlichkeiten. Sie sind aber auch Maßstab für Zuordnungsprozesse. Gebärden besitzen damit eine polyvalente Funktion. Sie dienen zugleich als Zugehörigkeitssymbole wie auch als Indikatoren der Anderen. In den Erzählungen, die das Thema „Gebärdensprache“ berühren, zeigen sich wiederkehrende Zuordnungsmuster, die gruppierende Effekte von Wir-Gefügen verstärken. So scheiterte Philipps Kontaktaufnahme mit dem Gehörlosenverein, weil DIE ja nicht hören können. Über Philipps (Nicht)Wissen über Lichtklingeln und damit über Verständigungspraktiken erfolgt eine Abgrenzung gegenüber als gehörlos eingeordneten Personen. Verstärkt wird diese, stellt man ihm Fragen nach dem eigenen Bezug zur Deutschen Gebärdensprache. DGS werde in Gehörlosengemeinschaften gesprochen, zu denen nur begrenzter Zugang bestehe. Und dennoch hat Philipp einen DGS-Kurs belegt. In seinen Worten wiederholt sich auch ein weiteres Mal die Dreiteilung von Hörenden, Schwerhörigen und Gehörlosen, die sich im diskursiven Geflecht um die akustische Wahrnehmung entwickelt hat und die sich in und durch die Alltage der einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten weiterträgt. Ebenso wie die Attribuierung des Hören-Könnens, in Form von Bezeichnungen wie Normalhörenden oder Guthörenden, werden die Zuschreibungen Gehörlose und Schwerhörige als Ausdrücke für empfundene Gruppenzugehörigkeiten verwendet. Schwerhörigsein, Hörendsein oder Gehörlossein als Zuschreibungen wie Wahrnehmungsformen des Alltags entwickeln sich stets relational zueinander, sie bedingen sich gegenseitig. Gebärden übernehmen dabei in einzelnen Situationen visualisierte Zugehörigkeit wie auch Differenzierung und Abgrenzungen erfolgen über wiederholte Konstatierungen eines erlernten, erlebten wie wahrgenommenen Andersseins. Anders ist sowohl der Hörende als auch der Gehörlose. Die Konstruktion des Anderen ist hier aber nicht als unidirektionaler Vorgang zu verstehen. Denn über einen Prozess der Veranderung (vgl. Kittlitz 2012) nicht nur das situative Gegenüber als anders konstruiert, sondern gleichzeitig auch das eigene Sein. Das Selbst wird somit einem Normalisierungsprozess unterzogen, der den eigenen Status legitimiert. Philipp bündelt dies gegenüber Gehörlosen etwa in den Begriffen „Mentalität“ und „Kultur“, die sich vor allem über die Verwendung der Deutschen Gebärdensprache ausdrücken. Sprache in ihrer Verwendung wird zum synchronen Distinktions- wie Identifikationsmittel mit symbolischem Charakter instrumentalisiert.

Mentalität und Kultur. Philipps Worte lassen sich indirekt an ein Verständnis der wissenschaftlichen Disziplin der Deaf Sudies anschließen, das neben einer physischen Gehörlosigkeit/deafness von einer kulturellen Gehörlosigkeit/Deafness ausgeht. Eingeschlossen sind mit dem Begriff der Deafness alle, die Gebärdensprache sprechen und die sich darüber der Gehörlosengemeinschaft zugehörig fühlen. Egal, welcher physische Hörstatus diagnostiziert ist. Abschließend zu meinen Gedanken möchte ich in diesem Zusammenhang den Literaturwissenschaftler und Vertreter der Deaf Studies Lennard J. Davis zitieren: „[T]he Deaf have created their own ‚nationalism’ as a resistance to audist culture” (Davis 1995: 78f.). Auch hier werden Hörendsein und Gehörlossein ein weiteres Mal gegenübergestellt, Zwischentöne scheinen zunächst ausgeblendet. Diese finden aber Gehör mit einer Perspektive auf das Schwerhörigsein. Denn mit einer Analyse des Schwerhörigseins kann es gelingen, entgegen einem Antagonismus (wenn er sich auch nicht ausschließlich auf physische Realitäten bezieht), auf die Dynamiken der Entstehung einzelner Positionen hinzuweisen. Unterschiedliche Formen des Hörenkönnens zeigen sich anhand dieser Betrachtung über den physischen Akt hinaus einmal mehr als Bestandteile sozialer Prozesse. Anderssein, Sein und Normalitäten werden mit Philipps Beispiel zu reziprok funktionierenden Konstruktionen, die nur über das Verständnis ihrer Sprecherpositionen nachzuvollziehen sind. Es zeigt sich, wie sich Zugehörigkeitsgefühle ebenso wie Differenzmarkierungen als Teile von sich im Fluss befindenden Normalitätsverständnissen entwickeln. Schwerhörigsein als Puzzleteil des sozialen Hörens ist als geteilter Wissensvorrat zu verstehen, über den sich einzelne Personen situativ wählbaren Bezugsgruppen zuordnen. Und wenn ich diesen Artikel mit den Worten „www.wir-sind-nicht-[st]umm.de“ überschrieben habe, habe ich nicht über Spielarten des Schweigens geschrieben, sondern über die Vielstimmigkeit sozialer Realitäten.

 

 

Literatur:

Berger, Peter L./Luckmann, Thomas (2007): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Frankfurt am Main.

Bundesgleichstellungsgesetz (BGG), § 6 Gebärdensprache und andere Kommunikationshilfen. Gesetz vom 27.4.2002 (BGBl. I, S. 1467, 1468), zuletzt geändert am19.12.2007 (BGBl. I, S. 3024).

Davis, Lennard J. (1995): Enforcing Normalcy. Disability, Deafness, and the Body. London.

Duden (2007): Das Herkunftswörterbuch. Band 7. Herausgegeben von der Dudenredaktion. Mannheim u. a.

Foucault, Michel (2007): Die Anormalen. Frankfurt am Main.

Kittlitz, Anja (2012): „Andershörend“. Die lebensweltliche Konstruktion des Schwerhörigseins. Ein Beitrag aus kulturwissenschaftlicher Sicht. München.

Leonhardt, Annette (2002): Einführung in die Hörgeschädigtenpädagogik. München, Basel.

1 Der Titel dieses Artikels wurde inspiriert durch die Homepage www.wir-sind-nicht-dumm.de. Ihre Inhalte werden im Verlauf dieses Artikels erläutert werden.

2 Verfügbar unter: www.wir-sind-nicht-dumm.de (21.02.2012).

3 Verfügbar unter: www.wir-sind-nicht-dumm.de (21.02.2012).

4 Die durchgängig kursive Schreibweise der Begriffe Hörende, Schwerhörige und Gehörlose und ihrer verwandten Begrifflichkeiten trägt im Besonderen ihrem konstruktiven Charakter Rechnung.

5 Wesentlich ist hier der US-amerikanische Sprachwissenschaftler und Dozent am Gallaudet College for the Deaf, Washington, William C. Stokoe zu nennen.

6 Die Abkürzung „CI“ steht für Cochlea-Implantat. Das CI wird medizinisch unter dem Begriff der Innenohrprothese verhandelt, die den Schall in elektrische Impulse umwandelt, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke (Cochlea) stimuliert wird. Das CI besteht aus einem Implantat, das hinter dem Ohr unter der Haut implantiert wird, und aus einem Sprachprozessor mit Sendespule, der wie Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird. Bislang wurden CI-Implantationen nahezu ausschließlich bei als gehörlos, ertaubt und an Taubheit grenzend diagnostizierten Personen vorgenommen. Neuartige Operationsmethoden ermöglichen eine Implantation inzwischen auch bei anderen Formen der Hörschädigung.

7 Philipps Erzählsequenzen sind meiner Studie „‚Andershörend’. Die lebensweltliche Konstruktion des Schwerhörigseins. Ein Beitrag aus kulturwissenschaftlicher Sicht“ entnommen, die sich mit der Frage beschäftigt, was die soziale wie medizinische Diagnose „Schwerhörigkeit“ für die durch sie beschriebenen Akteurinnen und Akteure bedeutet (vgl. Kittlitz 2012).

8 Die Gründung der ersten nicht privaten Schwerhörigenschulen beziehungsweise -klassen in Deutschland erfolgte in den Jahren 1902 bis 1914. Die Unterrichtsmethoden in Schwerhörigenschulen waren in der Regel lautsprachlich orientiert und gegen die Verwendung der Deutschen Gebärdensprache gerichtet.

Über das Schweigen zu reden oder zu schreiben, erscheint auf den ersten Blick als Paradoxon, sind wir nicht gerade in der (Geistes-)Wissenschaft auf den Diskurs, auf Sprache als Ausdruck der Welt angewiesen. Macht oder einfach nur zwischenmenschliche Interaktionen scheinen häufig nur noch sprachlich vermittelt vorstellbar. Wenn das Thema Schweigen zum Forschungsgegenstand wird, dann bleibt Sprache zwar notwendigerweise Teil der Welt, sie wird aber relativiert und keinesfalls mehr als ihr übergeordnet gesehen; Körperlichkeit und Leiblichkeit als Aspekte der Intersubjektivität und des sozialen Handelns gewinnen an Bedeutung. Das Thema Schweigen geht körperlich nahe, es erinnert daran, dass wir selbst nicht nur denkend, sondern uns mit allen Sinnen in der Welt bewegen.An den Beginn dieser Ausgabe des Kuckucks wollen wir einige Gedanken stellen, die sich der Initiatorin und „intellektuellen Seele des Unternehmens Kuckuck“ Elisabeth Katschnig-Fasch, die am 4. Februar 2012 gestorben ist, widmen. Der entstandene „Nachruf“ ist mitunter der Versuch, das lähmende Schweigen als Reaktion auf die Unfassbarkeit des plötzlichen Todes zu durchbrechen und die Form des Schreibens als eine Art des Sich-Erinnerns an Elisabeth Katschnig-Fasch zu nutzen.

Im Folgenden dieser Ausgabe werden alltägliche Praktiken des Schweigens behandelt, die sich oft erst im strukturellen Verständnis seines Gegenparts, dem Sprechen, zu konstituieren beginnen.

Anja Kittlitz fragt in ihrem Beitrag danach, wie sich am Beispiel der Deutschen Gebärdensprache Konstruktionsprozesse des Anderen zeigen lassen. Sie beschreibt Distinktionen bzw. Zugehörigkeiten von Hörenden und Gehörlosen, wobei die Zuschreibungen Hörendsein, Schwerhörigsein und Gehörlossein als Ergebnisse medizinischer Diagnostik und damit als soziale Konstruktionen verstanden werden. Kittlitz zeigt einmal mehr, wie Sprache - oder Gebärdensprache - als zentrales Distinktions- und Identifikationsmittel eingesetzt werden kann.

Jacques Picard setzt sich mit dem Phänomen der Kabbalah, der jüdischen Mystik, auseinander, wobei er sich u.a. säkularer Formen annimmt, wie sie etwa mit der Pop-Ikone Madonna oder mit dem Namen Rabbi Yehuda Berg verbunden sind. Dabei thematisiert er auch die Spannung zwischen dem Anspruch der Kabbalah, eine Geheimlehre zu sein, der weiten Verbreitung ihrer Lehren und der sich aktuell abzeichnenden Popularisierung.

Das Schweigen in der frühen Fachgeschichte der Volkskunde wird von Dunja Sporrer anhand der Wissenschaftlerin Lily Weiser-Aall thematisiert. Durch die Studie der Biografie und von Briefkorrespondenzen der ersten Frau, die sich im Fach habilitieren konnte, findet Sporrer heraus, dass ihr Werdegang in der Fachgeschichtsschreibung in Vergessenheit geriet.

Nach einer begrifflichen Klärung im Sinne einer etymologischen Spurensuche nach dem Begriff Tabu, nimmt Daniel Habit eine Unterscheidung zwischen nonverbalen und verbalen Tabus vor, um dem Thema des Heftes gerecht zu werden. Wissenssoziologische Ausführungen werfen Fragen nach der Kompetenz und Performanz des Wissens über Tabus auf, sowie Fragen nach den Bedingungen, unter denen dieses Wissen erworben wird.

Die Schweigeminute im Fußballstadion wird durch Stefan Hebenstreit in den Kontext eines normativ lärmerfüllten Ortes gestellt. Gerade die in den Körper eingeschriebene Bewegungslosigkeit, die mit der inszenierten Stille einhergeht, entfaltet im Raum des Sports – als Ort des Lebendigen, ihre potenzielle Wirkkraft.

Die alltägliche Praxis des Schweigens und Sprechens über Geld, als häufig unerwünschte, sensible sowie emotionale Praxis, wird von Gisela Unterweger in den Blick genommen. Im Spannungsverhältnis zwischen Eltern- und Kindergeneration wird deutlich, dass die Anhäufung von ökonomischem Kapital im Sprechen über Geld entweder zur (totalen) Verstummung oder zur (übermäßigen) Betonnung führen kann.

Einen Beitrag aus der Tourismusforschung liefert Martina Röthl, die am Beispiel der Privat(zimmer)vermietung in Tirol Aspekte des Verhältnisses von Sprechen und Schweigen analysiert und dabei zum Schluss kommt, dass gerade jene Zusammenhänge als wesentlich erscheinen, die in den Bereich des Nicht-Diskursiven reichen. Durch die Konzentration auf das Nicht-Diskursive können Leerstellen, die die gesprochene Sprache hinterlässt, erst wahrgenommen werden. Dabei gewinnen vor allem materielle Repräsentationsformen als Analysegegenstand (wieder) an Aufmerksamkeit.

Susanne Schmitt nimmt die Leserin und den Leser in ihrem Essay mit auf sinnliche Erkundungsreise eines Münchner Sea Life Aquariums. Die dabei vorgefundenen akustischen Farben und Klänge, Atmosphären und multisensorischen Erlebniswelten verweisen auf die Unmöglichkeit des Schweigens eines an sich stummen Gegenstands: der Unterwasserwelt.

Die Lyrik stammt von Elisa Rieger und Markus Seidl. Mit bildhafter Poesie bereichern sie unsere Ausgabe, indem die in die Stille eingeschriebene Lebhaftigkeit zum Vorschein kommt.

 

Gerlinde Malli & Claudia Rückert

KUCKUCK
Notizen zur Alltagskultur

Erscheinungsfolge halbjährlich

Kontakt: kuckuck(at)uni-graz.at

 

 

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